Ölförderung in Speyer: Ausweitung der Produktion geplant

Eintritt ins Planfeststellungsverfahren: Zentrale Aufbereitungsanlage am Hafen und Feldleitung vorgesehen – Bürgerinfoveranstaltung in der Stadthalle

Lingen/Speyer, 26.06.2013. Das Konsortium aus GDF SUEZ und Palatina GeoCon, das seit 2008 in Speyer Öl fördert, tritt  in den kommenden Wochen in die Vorphase zu einem Planfeststellungsverfahren ein, in dem die Erhöhung der bisherigen Förderung geprüft wird. Das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB) wird das Verfahren als zuständige Genehmigungsbehörde führen. Gegenstand ist die Erhöhung der Förderung auf den beiden bereits bestehenden Bohr- und Betriebsplätzen, der Bau einer zentralen Aufbereitungsanlage in der Nähe des Hafens und der Bau einer Feldleitung rund um Speyer zur langfristigen Ölförderung. Das Konsortium lädt alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung am 1. Juli in die Stadthalle Speyer ein.

Im Jahre 2003 wurde bei der Suche nach Erdwärme ein Ölvorkommen unterhalb von Speyer entdeckt. Seit 2008 fördert das Konsortium im Testbetrieb Erdöl, derzeitig etwa 500 Tonnen täglich. „Die regionale Lage von Speyer im Oberrheingraben bietet geologisch günstige Voraussetzungen für Ölvorkommen und die Förderung hier ist ein vielversprechendes Projekt. Rheinland-Pfalz ist bereits heute nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen das drittgrößte Erdöl-Förderland in Deutschland“, betont Andreas Frank von der GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH, der verantwortliche Projektleiter für die Feldesentwicklung in Speyer.

„Scoping“-Termin

Um in Speyer langfristig Öl fördern zu können, sind der Bau einer zentralen Aufbereitungsanlage und einer Feldleitung notwendig, deren Errichtung in einem Planfeststellungsverfahren geprüft werden. Weiterhin ist die Erhöhung der Förderung auf beiden bereits bestehenden Bohr- und Betriebsplätzen Gegenstand des Verfahrens. In einem ersten Schritt wird hierbei in einem durch das LGB anberaumten und geführten Besprechungstermin, dem sogenannten Scoping, das Vorhaben dem LGB, anderen Fachbehörden, Trägern öffentlicher Belange sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden vorgestellt und von diesen Gegenstand, Umfang und Methoden der nötigen Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegt. Das eigentliche Planfeststellungsverfahren startet erst danach mit der Einreichung der Antragsunterlagen.  

Zentrale Aufbereitung und Bau einer Feldleitung  

Als Standort der zentralen Aufbereitungsanlage für das geförderte Rohöl ist das Industriegebiet am Speyerer Hafen vorgesehen. Die Aufbereitung des geförderten Erdöls, das heißt die Abtrennung von Begleitstoffen wie Gas und Lagerstättenwasser, geschieht momentan noch dezentral auf den beiden vorhandenen Bohr- und Betriebsplätzen und soll künftig zentral am Hafen erfolgen. Von dort ist zugleich ein für die mit dem Verfahren beantragte erhöhte Förderung deutlich effizienterer Weitertransport per Schiff möglich. Das Erdölbegleitgas wird künftig in einem Blockheizkraftwerk, das der Anlage angeschlossen ist, genutzt, um den Betrieb mit Eigenenergie zu versorgen. Überschüssig produzierte Energie soll in das Netz der Stadtwerke Speyer eingespeist werden.

Die zweite Baumaßnahme ist die Errichtung einer Feldleitung. Sie soll das Verkehrsaufkommen auf den Bundesstraßen um Speyer reduzieren und dem Transport des Öls von den Betriebsplätzen zur zentralen Aufbereitungsanlage am Hafen dienen. Eine zweite, parallel im gleichen Rohrgraben verlaufende Leitung befördert das abgetrennte Lagerstättenwasser zurück an die Betriebsplätze. Dort wird es wieder in die Lagerstätte zurückgeführt, aus der es mit dem Öl gefördert wurde. Die Leitung wird unterirdisch entlang von A 61 und B 9 im Westen um die Stadt Speyer herum zum Hafen führen und hat eine Gesamtlänge von zirka 14,5 Kilometern. Die sogenannte Raumverträglichkeit des geplanten Baus der Feldleitung wurde bereits unter raumordnerischen und landesplanerischen Aspekten in der vorab erforderlichen vereinfachten raumordnerischen Prüfung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd geprüft.

Infoveranstaltung für die Bürger in der Stadthalle

Um interessierte Bürger frühzeitig in die Vorhaben und Entscheidungen einzubeziehen, lädt das Konsortium  am 1. Juli 2013 von 15 bis 19 Uhr in die Stadthalle Speyer zu einer Informationsveranstaltung ein. Bei einem Infomarkt können sich die Bürgerinnen und Bürger über die Ölförderung im Feld Römerberg-Speyer informieren und mit Experten über ihre Fragen diskutieren. Nach der Information der Bürger und Behörden startet dann das formelle Verfahren.

Über das Projekt

Zur Erdölgewinnung in Speyer kooperiert Palatina GeoCon GmbH & Co. KG als Lizenzinhaber mit der GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH als Betriebsführer. Das Konsortium unterhält ein gemeinsames Büro in Speyer, in der Großen Himmelsgasse 1.

 Download: Trassenkarte geplante Feldleitung

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